Die Geschichte der "LORNO"-Generation von ihren Anfängen bis heute

Die Wasserversorgung der Gemeinde Vechigen versorgt ungefähr 3 500 Personen mit sauberem Leitungswasser. Das Leitungs-netz hat eine Länge von etwa 27 Kilometern und zählt 210 Hydranten.

 

 

Allerdings hat das Wasserleitungsnetz eine Schwach-stelle, denn bis heute verfügt es über kein Leitsystem. Dies bedeutet, dass die Netzkontrolle nur mit einer Messung vor Ort durchgeführt werden kann und somit lediglich Momentaufnahmen für die Zustandsbeur-teilung verfügbar sind. Hier könnte das Netzüberwa-chungssystem «LORNO» Abhilfe schaffen. «LORNO» sendet wichtige Überschreitungen von Wasserwerten per SMS und E-Mail an definierte Empfänger. Im Jahr 2006 nahm die Wasserversorgung Vechigen erstmals Kontakt mit der Firma Hinni auf, um ein «LORNO»- Pilotprojekt in der Wasserversorgung durchzuführen. Nach einigen Testversuchen musste das Projekt jedoch zurückgestellt werden, weil das Überwachungssystem noch nicht ganz ausgereift war.

Sieben Jahre später, also im Jahr 2013, beschloss die Gemeinde Vechigen, das Netzüberwachungssystem «LORNO 1» der 69 Hydranten der Versorgung einzubauen. Dank der auf diese Weise automatisierten Überwachung der Wasserwerte konnten fünf Lecks in der Hauptleitung und drei Lecks in Hausanschlüssen geortet werden. Auf Anraten der Firma Hinni hatte die Gemeinde Vechigen ihr Budget für den Unterhalt der Trinkwasserleitungen vor dem Einbau des Überwachungssystems «LORNO 1» erhöht. Die Mehrkosten der Reparaturarbeiten konnten so gut aufgefangen werden.

Die Gemeinde Vechigen kauft das Trinkwasser vom Wasserverbund der Region Bern (WVRB) ein und hat ein Interesse daran, den Wasserverlust im Verteilnetz möglichst gering zu halten.

Das Überwachungssystem «LORNO 1» bringt für die Versorgung einige Vorteile:

  • Frühzeitige Erkennung eines Lecks
  • Eingrenzung des Lecks für eine genaue Leckortung vor Ort
  • Planbare Reparatur (keine Nacht- und Feiertagsein- sätze), ausser bei Leitungsbruch
  • Kostensenkung durch niedrigeren Wasserverlust und Folgeschäden
  • Geräusche auch auf Polyethylen-Leitung hörbar, da sie über die Wassersäule auf das Mikrofon beim  Hydranten weitergeleitet werden

Bei einer Erweiterung des Versorgungsnetzes wurden die Hydranten jüngst mit dem System «LORNO 2» ausgestattet, welches mit «LORNO 1» kompatibel ist. Anfangs des Jahres 2019 steht ein Batterienaustausch bevor, was Hinni als Gelegenheit nutzen wird, um alle Repeater mit «LORNO 3» auszurüsten. Dadurch wird eine bessere Verbindungssicherheit der Daten erreicht, womit für eine erhöhte Verbindungssicherheit beim Sammeln von Daten gesorgt ist.

Aus klein kann gross werden
Auch eine Nachbargemeinde wird im Jahr 2019 «LORNO 3» einbauen und einen Drittel der Wasserversorgungs-hydranten damit ausstatten – so, dass das gesamte  Versorgungsnetz überwacht werden kann. Die Betreibung und Bewirtschaftung der Netzüberwachung wird durch die Wasserversorgung Vechigen sichergestellt. So können Synergien genutzt und Kosten eingespart werden.

Berechnungsbeispiel Verlust, ohne Amortisation:
Ein Verlust von zwei Litern pro Minute auf dem Wassernetz pro Kilometer Leitung ist normal. Dies ist auch so in den Leitsätzen vom SVGW festgehalten.

Beispielrechnung:
27 km Wasserleitung bei einem Verlust von zwei Litern pro Kilometer pro Minute
= (2 l × 27 km × 60 min × 24 h × 365 d) : 1 000 = 28 382 m3
Bei der Berechnung müssen Grossverbraucher berücksichtigt werden!

Fazit
2011 betrug der Wasserverlust 36,86 %
2014 nach Einbau von «LORNO 1» wurde der Verlust  auf 21,72% reduziert
2017 nach nur drei Jahren Laufzeit von «LORNO 1» konnte der Wasserverlust auf 17,7% reduziert  werden.