Ein Leck an der GIS-Anlage der UST Aarberg

Die BKW Netze beauftragte Arnold HSA (Hochspannungsanlagen) damit, eine undichte Stelle am Trafo 1 der Untersta-tion Aarberg zu beheben. Eine besondere Schwierigkeit bestand in den knappen Platzverhältnissen bei der Demontage der einzelnen Anlagenkomponenten.

 

 

In der Unterstation (UST) Aarberg wurde am Trafo 1 der 50-kV-GIS-Anlage (gasisolierte Schaltanlage) ein Leck entdeckt, welches ohne Behebungsmassnahmen einen Jahresverlust von bis zu 2 kg des SF6-Gases (Schwefel- hexafluoridgas) zur Folge gehabt hätte. Die Arnold HSA wurde von BKW Netze mit der Behebung des Lecks beauftragt. Die Durchführung erfolgte in Zusammen- arbeit mit dem GIS-Hersteller, welcher das Reserve-material und den Supervisor stellte, dem BKW-Bausta-tiker und einem Ingenieurbüro, welches die Berechnung für zwei Kranbahnen ausarbeitete. Für deren Konstruk-tion zeichnete sich der hauseigene Schlosser von Arnold verantwortlich.

Während der Vorbereitungen musste mit der Zucker- fabrik Aarberg Rücksprache genommen werden, da diese während der Reparaturarbeiten nicht über die 
50-kV-Anlage mit Elektrizität versorgt werden konnte. Das Zeitfenster für die Arbeiten wurde gemeinsam mit der Leitstelle und der Zuckerfabrik festgelegt.

Die Schwierigkeit des Projekts bestand in der Zugäng-lichkeit und der Demontierbarkeit der Komponenten des Trafo 1, da die Distanz zwischen Betondecke und Span-nungswandler nur 38 cm beträgt und der Spannungs-wandler um 28 cm angehoben werden musste. Wäh-rend der Arbeiten musste aus sicherheitstechnischen Gründen zusätzlich der benachbarte Gasraum abgesenkt werden. Durch die Konstellation der Unterstation mit einer Längstrennung und einer Sammelschiene war man gezwungen, für die vorgesehenen Arbeiten die Längstrennung der Schaltanlage zu öffnen, was auch die Sammelschiene touchierte. Das hatte zur Folge, dass drei statt wie vorgesehen nur zwei Schaltfelder freige-schaltet werden mussten, worunter sich auch das Feld der Zuckerfabrik befand.

Der Einsatz von Arnold begann mit der Kranschienen- montage, welche fast drei Wochen andauerte. Um zum Ort des Gaslecks oberhalb des Stromwandlers zu ge-langen, wurden der Spannungswandler und der Trenn-schalter mit dem dazugehörigen Sammelschienenteil demontiert. Um die Primärkomponenten abnehmen zu können, musste zudem deren Verdrahtung abgehängt werden. Während des gesamten Ablaufs galten strenge Sauberkeitsvorschriften, da bereits kleinste Verunreini-gungen wie ein einzelnes Haar, das auf die Dichtfläche gelangt ein Garant für ein weiteres Leck gewesen wäre.

Nach der Kranschienenmontage und der Freilegung der betroffenen Dichtung  wurde diese ersetzt und gleich-zeitig ein neuer Absorber zum Trocknen des Isoliergases montiert. Nach der Remontage und der Evakuation der Gasräume wurden diese wieder auf Betriebsdruck nach Herstellerangaben befüllt. Parallel dazu schloss der IBS-Mitarbeiter die Sekundärkabel wieder an, bevor er schliesslich die Inbetriebsetzung der GIS-Anlage  durchführte.

Arnold hofft, dass die beiden Kranbahnen, welche inzwischen im Keller der Unterstation eingelagert worden sind, nie mehr gebraucht werden.