Zusatzlehre als Netzelektriker

«Am ersten Schultag wurde ich für den Lehrer gehalten.»

Denken die meisten an ihre Lehrzeit zurück, sehen sie sich im Alter von nicht mal zwanzig Jahren. Nicht so bei Dieter Heizmann: der gelernte Koch hat sich im Alter von 54 Jahren entschieden, noch einmal für drei Jahre die Schulbank zu drücken. Und das mit Erfolg: diesen Sommer konnte er das eidgenössische Fähigkeitszeugnis zum Netzelektriker in den Händen halten.


Nach seiner Lehre als Koch arbeitete er über 20 Jahre als Lagerist in Elektrobetrieben. Danach kam er als Quereinsteiger zur Arnold AG in Pratteln, wo er sich für den Beruf des Netzelektrikers begeisterte. Anfangs hatte er seinen beruflichen Schwerpunkt im Tunnelbau, über die Jahre wurde jedoch der Netzbereich mit Dienstleistungen für Energieversorger aus der Region immer wichtiger. Obwohl sich Dieter das praktische Wissen über die Jahre aneignen konnte, fehlte in gewissen Bereichen die theoretische Basis. Dies führte zum Entscheid die reguläre dreijährige Lehre in Angriff zu nehmen.

«Der erste Tag war sehr speziell und ich war doch etwas aufgeregt», erinnert sich Dieter schmunzelnd zurück.

 

«Als ich das Schulzimmer betrat, dachten die Schüler ich sei der Lehrer. Als ich an einen Schultisch sass, war die Verwirrung perfekt».

 

Das löste sich aber schnell auf, als der Lehrer das Zimmer betrat. «Dutti» - so sein Spitzname war schnell in die Klasse integriert. Der Zusammenhalt unter den Kameraden war aussergewöhnlich, man begegnete sich auf Augenhöhe und profitierte voneinander: «Ich sah die Welt aus ihren Augen und mit welchen Themen sich die Jugend heute zu beschäftigen hat. Das hat meinen Horizont enorm erweitert. Meine Mitschüler wiederum konnten von meiner Gelassenheit und Erfahrung profitieren. Ich konnte ihnen zeigen, wieso Theorie wichtig ist, auch wenn es im Moment etwas mühsam scheint. Und ich war mit meinem Van für die halbe Klasse das Taxi. Das wurde natürlich auch gerne in Anspruch genommen.»

 

Auf die Frage, was den Beruf des Netzelektrikers ausmacht, muss Dieter nicht lange überlegen. Der Beruf sei sehr vielseitig, an Abwechselung fehle es nie. Durch die vielen verschiedenen Einsatzgebiete werde es bestimmt nicht langweilig. Abschliessend sagt Dieter: «Obwohl ich für den Schritt in die Lehre meine Komfortzone komplett verlassen musste, würde ich es sofort wieder machen und die Zeit um nichts missen. Ich kann es jedem empfehlen. Wichtig ist, sich auf die neue Situation einzulassen und in der Schule immer dranzubleiben. Dann kann nichts schief gehen».

 

Haben wir das Interesse geweckt? Zu den offenen Lehrstellen: www.arnold.ch/lehre